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Im Interview - Bau-Boom im Landkreis Main-Spessart

Wir wurden zur allgemeinen Situation im Handwerk befragt und freuen uns über die gute Berichterstattung in der Lokalpresse.

Nachfolgend der Artiekl aus dem Main-Echo, Ausgabe vom 25.04.2019:

 

Hand­wer­ker sind ge­fragt wie nie: Die Bau­wirt­schaft freut sich über vol­le Auf­trags­bücher, Fer­ti­gungs­zei­ten ver­län­gern sich, und die Fir­men fin­den kaum noch Fach­ar­bei­ter, mel­det die IG Bau.

Ein guter Anlass, bei einigen der 119 Bauunternehmer und öffentlichen Auftraggebern im Landkreis Main-Spessart nachzufragen, wie sich der Bauboom auf ihre Arbeit auswirkt.

Von vielen Unternehmern bekam unser Medienhaus nur wenige Rückmeldungen auf unsere Anfragen oder sie wollten sich zur Auftragslage nicht äußern.

»Es herrscht absolute Hochkonjunktur, alle am Bau Beteiligten arbeiten am Limit«, sagte Thomas Nätscher im Gespräch mit unserem Medienhaus über die Entwicklungen aus Handwerkersicht. »Zurzeit ist noch kein Rückgang spürbar, und durch den milden Winter war im Frühjahr mehr los als in den letzten beiden Jahren«, erzählt der Lohrer Fensterbauer.

Zuletzt war dies vor etwa 20 Jahren der Fall. Der Auftragsbestand beim Fensterbau Nätscher in Lohr reicht für etwa drei Monate. Je nach Produkt kann es zu längeren Lieferzeiten kommen, vor allem im Sommer wenn die Urlaubszeit ansteht.

Im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren sieht Maler- und Lackierermeister Michael Hübner die Branche gleichbleibend stark und bestätigt als weiterer Gesprächspartner gut gefüllte Auftragsbücher im Pressegespräch.

Was mittlerweile laut Hübner erschwerend dazu kommt, um die Aufträge abzuarbeiten, ist der Mangel an Fachkräften. Dieser kann dazu führen, dass bei Aufträgen längere Wartezeiten bestehen oder diese abgelehnt werden müssen, weil nicht das nötige Personal vorgehalten werden kann. Den Mangel an Fachkräften führt Hübner auf eine starke Wirtschaft zurück, da viele Fachkräfte, vor allem jüngere Mitarbeiter in die Industrie abwandern, da sie sich dort höhere Löhne erhoffen.

Die Gerald Hübner GmbH versucht natürlich, Wartezeiten zu vermeiden und gemeinsam mit den Kunden deren Wunschtermin zu realisieren. Hübners Tipp: Eine frühzeitige Anfrage sorgt für Planungssicherheit und genügend Vorlauf, sich über verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken zu machen und das für sich Passende auszuwählen.

Gründe für die Hochphase sind nach Thomas Nätschers Meinung, dass die Zinsen sehr niedrig und Darlehenszinsen günstig sind. Dazu kommen noch diverse Förderprogramme, die die Konjunktur anfeuern. »Deshalb sind die Leute bereit, in ihr Wohneigentum zu investieren, um schöner, moderner und energiesparender zu wohnen«, so Thomas Nätscher.

Neue Mitarbeiter sind sehr schwer zu finden, meinen beide Unternehmer: »Vor allen Dingen wird qualifiziertes Personal benötigt, und das gibt es nicht«, klagt Nätscher. Auch die Auswahl bei den Auszubildenden ist nicht groß. »Leider laufen viele junge Leute zuerst zur Industrie und zum Handel, obwohl sie wissen, dass die Chancen einer dauerhaften Übernahme gering sind«, so Nätscher. Auch die Zuwanderer helfen da nicht weiter, befürchtet Nätscher.

Das Malerunternehmen Hübner möchte in der Zukunft wieder mehr junge Menschen motivieren, einen Beruf im Handwerk zu erlernen, um später als Fachkräfte zur Verfügung zu stehen. Derzeit sucht Hübner Fachkräfte im Maler- und Lackierer und Trockenbauhandwerk sowie Auszubildende für das kommende Ausbildungsjahr. »Ich sehe große Chancen im Handwerk, sich selbst zu verwirklichen, einen Beruf auszuüben, der einem Spaß bereitet und bei dem ein Ergebnis seiner Arbeit unmittelbar sichtbar wird«, ist sich Michael Hübner sicher.

Solange sich die Zinsentwicklung nicht gravierend ändert, wird die Konjunktur wohl anhalten. Allerdings sieht Nätscher die Gefahr, dass durch ständig steigende Anforderungen an die Bauwerke, beispielsweise durch Dämmvorschriften die Preise so stark steigen, dass sich der eine oder andere das Bauen oder Modernisieren nicht leisten kann.

»Nächstes Jahr boomt es auf jeden Fall weiter«, ist sich auch Michael Langer vom Bezirksverband Mainfranken der IG Bau sicher. Ein Umsatzplus von 5,5 Prozent wird erwartet.

Auf Niedrigzinsen, gestiegene Einkommen, hohe Infrastrukturmaßnahmen, Wirtschaftsbau und einen gestiegenen Geschäftsklimaindex führt Langer den Bauboom zurück.

Dass auch das Landratsamt Main-Spessart als öffentlicher Auftraggeber die Folgen des Baubooms durch höhere Angebotspreise und weniger Angebote abgebender Unternehmen spürt, erläutert Pressesprecher Holger Steiger. »Die Ausschreibungen müssen rechtzeitig mit in den Bauprozess mit eingeplant werden«, erläutert Steiger, wie Verzögerungen bei Vergaben verhindert werden sollen.

Neun Handwerksfirmen sind derzeit beim Ausbau des Gasthauses Zur Krone in Rechtenbach in verschiedenen Gewerken tätig: Für Fenster gingen bei der Gemeinde fünf Angebote, für Elektroarbeiten drei, für Heizung, Lüftung, Sanitär, Tüncherarbeiten, Fliesarbeiten jeweils zwei und für Maurerarbeiten, Bodenbelag, WC-Trennwände und Abdichtarbeiten der Wände ging lediglich ein Angebot ein.

»Wartezeiten, in der die Arbeiten nicht weiter gingen, hatten wir bisher noch nicht«, zeigte sich Bürgermeister Klaus Bartel zufrieden über die Verfügbarkeit der Firmen.

Autor:

JOCHEN KÜMMEL